Il Passatore

Il Passatore

Il Passatore in Forlimpopoli

Stefano Pelloni, genannt Il Passatore (der Fährschiffer), war ein grausamer Brigant aus Bagnacavallo, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Romagna sein Unwesen trieb. Sein Name ist unlöslich mit Forlimpopoli verbunden, weil der Bandit hier seinen berühmtesten „Streich“ verübte: den Überfall auf das Stadttheater am Abend des 25. Januar 1851. Während einer Vorstellung besetzte Passatore das Theater zusammen mit anderen Banditen und zwang die wohlhabenden Herrschaften der Stadt, Schmuck, Geld und andere Güter abzugeben. Unter den Betroffenen waren auch Pellegrino Artusi und seine Schwester Gertrude, die dabei Opfer sexueller Gewalt wurde; diese tragische Episode prägte sie für ihr weiteres Leben, denn sie endete im Irrenhaus, und bewog die Familie Artusi, nach Florenz zu ziehen. Zwei Monate nach dem Überfall wurde Passatore von Gendarmen bei Russi gefasst und bei einem Schusswechsel getötet. Nach seinem Tod wurde der Bandit jahrelang als Volksheld und „sozialer Brigant“ oder, wie ihn der Dichter Giovanni Pascoli bezeichnete, als „freundlicher Fährschiffer“ verklärt. In den letzten Jahrzehnten wurde sein Mythos entzaubert und sein Name unter die grausamen Banditen verbannt.